Endspurt
Tja, bald
ist es so weit. In nicht einmal zwei Wochen geht der Flug in die Heimat.
Am Dienstag
bin ich von einem schönen verlängerten Wochenende in Cape Coast wieder
gekommen, fast die ganze Gruppe war dort. Mein Geburtstaggeschenk von allen war
„Shopping King Ghana“; mit Shopping Budget, Shoppingbegleitung und dem Motto
„First Date“ sollte ich ein Outfit vom Markt zusammenstellen. Mein Team hat
natürlich gewonnen! Feiern und schwimmen ging es selbstverständlich auch, bevor
wir das Trotro zurück nach Kumasi genommen haben.
Zurück im Projekt gibt es ja noch so
viel zu erledigen! Souvenirs kaufen, die Abschlussexamen des Schuljahres von 8
Klassen werden geschrieben und wollen korrigiert werden. Es fehlen doch noch so
viele Bilder und Videos von Kumasi. Ein kleiner Ausflug zum Pool muss nochmal
sein. Einmal ging es noch zum Deutschunterricht nach Effiduasi,
Abschiedsstunden. Mit den Besuchern aus New York werde ich noch ein paar Räume
streichen können. Ich habe zwar seit einem Jahr dafür gekämpft und wurde immer,
auch von Uncle, abgewiesen, aber die Amis kriegen die Farbe nach einer Woche.
Da heißt es: Trotz dieser unverschämten Respektlosigkeit gegenüber mir nicht
aufregen- lieber den New Yorkern helfen, die auch nichts dafür können. Infos
über die Brieffreundschaft müssen noch für den Lehrer, der diese bis zur
Ankunft der neuen Freiwilligen übernimmt, erstellt werden. Dann das End-Year
Camp, von nächsten Freitag bis Sonntag. Vom Großteil der Gruppe verabschieden,
eine Nacht nach Tanoso, die Leute aus meinem „Viertel“ nochmal sehen. Dann geht
es mit ein paar Freiwilligen nach Accra. Am nächsten Tag, dem Dienstag -bestimmt geht’s noch schnell zum
Independence Beach und ein Fufu essen- geht dann um 17:50 Uhr der Flug über
Dubai. Am 5. August gegen halb zwei sollte ich dann Düsseldorf erreichen.
Geht das nicht alles doch zu schnell? In diesem (fast) einem
Jahr habe ich doch sicher nicht oft genug Ananas gegessen, bunte Hosen
schneidern lassen, mit Kindern gespielt, im Ozean gebadet, die Landschaft
genossen und Fan Ice auf der Straße gekauft, oder? Selbst wenn nicht, ich muss
es nun nehmen wie es kommt.
Aber so langsam reicht es dann auch doch mit: Reis,
Obroni-Rufen, Reis, schweißtreibendem Wetter, vor einer Klasse stehen, mit der
Schulleitung auseinandersetzen, Unpünktlich- und Unzuverlässigkeit und
natürlich Reis. Stattdessen warten in der Heimat Familie und Freunde, leckeres
Essen und eine Menge Pläne! Das Studium der Medienkulturwissenschaft und der
Deutschen Sprache und Literatur in Köln steht. Dementsprechend kann ich sagen:
Das Jahr war schön, ich habe Einiges gesehen und erlebt, aber es ist nun auch
an der Zeit, zurückzukommen.
Ein ausführliches Resümee kann ich von dem Jahr noch nicht
liefern. Aber es gab schöne und unschöne, faszinierende und schockierende,
ziemlich deutsche und ziemlich ghanaische Momente. Insgesamt hat also
eigentlich alles funktioniert, was ich wollte: Neues sehen, eine andere Kultur
kennenlernen, und dabei sinnvolle Dinge tun. Vielleicht war nicht alles
sinnvoll und auch der Freiwilligendienst hat so seine Punkte, die man
anzweifeln kann. Aber ich habe auf jeden Fall so manches mitgenommen, dazu
zählen: Eigenständigkeit, Eigeninitiative und vor allem der Umgang mit
verschiedensten Menschen. Reiseerlebnisse sind meistens toll, zumindest werden
die tollen wohl besonders in Erinnerung bleiben. Und ich weiß, dass viele
Reisen folgen werden!
So, jetzt muss ich aber schnell in die letzten elf Tage starten! Etwas Bildmaterial und noch ein Eintrag sind schon gepostet- ein Video
von Kumasi sollte noch folgen!
Liebe Grüße aus Tanoso,
Joel
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