Die ersten Tage
Hallo an alle! Hier ist er also, mein erster
Blogeintrag aus Ghana!
Nach dem etwas traurigen
Abschied von meiner Familie am Flughafen in Düsseldorf gab es noch einen
kleinen Schock Moment, da meine Tickets plötzlich weg waren…Die hatte aber
jemand gefunden, sodass danach alles glatt lief. Der erste Flug ging 6 ½
Stunden nach Dubai, wo es noch sehr viel heißer war als hier…Hier haben wir
auch die anderen Freiwilligen getroffen und nach einem kleinen Zwischenstopp
ging es für weitere 8 ½ in die Luft Richtung Accra. Ich saß auf beiden Flügen
neben Andras, einem Mitfreiwilligen, sodass die Zeit relativ schnell rum ging,
geschlafen habe ich allerdings kaum.
Auf dem Flughafen gab es
zunächst eine Kontrolle wegen Ebola. Allerdings waren die nächsten Kontrollen
nicht sehr konsequent, sodass Andras ohne Impfausweis durchgehen konnte. Am
Flughafen wurden wir von Rose vom ICYE Ghana empfangen. Die Fahrt zum Arrival
Camp war schon das erste Highlight: Mit 15 Leuten (samt Gepäck für ein Jahr) in
einem Bulli für maximal 9 Leute, der auch schon bessere Tage gesehen hat, durch
den Verkehr von Accra. Für eine relativ kurze Fahrt haben wir sehr lange
gebraucht und da ich keinen richtigen Sitzplatz hatte sind meine Beine am Ende
eingeschlafen. Außerdem wurde uns durchs Fenster allerhand zu kaufen angeboten,
von Erdnüssen über Simkarten zu Sonnenbrillen. Tom, der am Fenster saß, hat
während der Fahrt aber immer freundlich dankend abglehnt. Das Camp ist ein
Hostel von der Salvation Army, der ghanaischen Heilsarmee wie ich verstanden
habe. Nach einer kleinen Einführung und einem Essen gings dann erstmal in die
Stadt, wir haben schon Simkarten gekauft, Geld gewechselt und waren im
Supermarkt. Die Stadt ist schon sehr anders. Bürgersteige gibt es nicht
wirklich, Ghanaer scheinen auch ohne Grund sehr gerne zu hupen, und als Weißer
wird man besonders oft von Verkäufern angesprochen, die sehr penetrant sein
können. Nach der langen Reise waren das einfach sehr viele neue Eindrücke, die
erstmal verarbeitet werden mussten. Von der Wärme hier geht es übrigens noch,
da gerade Regenzeit ist sind hier um die 25 Grad. Ab Septmeber wird sich das
wohl ändern…Am ersten Tag habe ich dann jedenfalls nur noch mein Moskitonetz
aufgehängt (welches in der Nacht direkt wieder runtergefallen ist) und bin schlafen
gegangen. Auf dem Seminar sind wir 4 Jungs, mit denen ich auf einem Zimmer bin. Insgesamt sind wir 15 Leute. Wir verstehen uns ziemlich gut, aber es ist noch niemand hier mit dem ich in
einem Projekt sein werde.
Das Camp geht bis
Mittwoch, wir haben hauptsächlich 3 Teamer: Rose, William und Kofi. Wir haben
einen Twi-Sprachkurs (die verbreitetste Sprache hier) bei Sampson, lernen etwas
über Ghanas Geschichte und reden über die Arbeit in den Projekten. Die
Atmosphäre ist sehr locker. Das Hostel ist für ghanaische Verhältnisse wohl
hoher Standart, was nicht heißt das es immer Wasser in den Duschen gibt. Wir
fühlen uns dennoch wohl, man gewöhnt sich an alles. Besonders an das Essen, mit
meinem sensiblen Magen..Das ist aber an sich nicht so schlimm wie ich dachte,
es gibt viel Chicken.
Am Freitag haben wir uns
unsere Non-Citizen-Cards geholt, quasi unser ghanaische Pass für das Jahr. Das
man auf den Passfotos hier lächeln darf haben die meisten allerdings erst später
erfahren…Abends waren wir dann noch in einer Bar, man geht hier besonders
Freitags feiern. Das ghanaische Bier ist lecker und die Stimmung in der Stadt
einfach genial. So sehr hat sich das gar nicht von Deutschland unterschieden.
Das einzige Problem war, das sich oft bettelnde Kinder an mein Bein geklammert
haben und erst nach vielen Minuten weggegangen sind, nicht nur einmal. Es
fällt einem natürlich schwer das zu ignorieren, aber bietet man ihnen Essen
wollen sie das nicht. Aber an sich war es ein guter Abend.
Ein Highlight des Camps
war heute die Namenszeremonie: In Ghana wird man nach dem Wochentag benannt an
dem man geboren wurde. Es gibt also 14 Namen (7 für Frauen und 7 für Männer).
Einen Nachnamen haben wir auch bekommen. Ich heiße hier jetzt also Kwame Opoku (ich bin an einem Samstag
geboren und Opoku war wohl ein König hier). Mit diesem Namen sollen wir uns
auch als erstes vorstellen. Teil der Zeremonie war es einen Becher mit etwas
Schnaps und einen mit Wasser zu trinken. Das war eigentlich ganz lustig.
So, das war schonmal das
erste Update! Die Zeit vergeht relativ schnell und es ist alles noch ziemlich
ungewohnt, ein bisschen Heimweh habe ich schon auch. Aber es wird einem eigentlich
nicht schwer gemacht, sich hier wohl zu fühlen. Alle sind sehr offen und
interessiert. Ich werde noch ein paar Bilder hochladen! Am Mittwoch geht’s dann
ins Projekt nach Kumasi, unser Twi-Lehrer nimmt wohl alle mit die dort ihren
Dienst machen werden. Ich bin schon gespannt auf meine Aufgaben dort und die
zwei Freiwilligen aus Deutschland, die schon 6 Monate da sind und noch weitere
6 bleiben sollen.
Bis dann!
P.S.: Von Ebola ist hier
bisher rein gar nichts zu merken. Außer der Kontrollen ist das im Moment eigentlich kein Thema in Ghana.