Donnerstag, 2. April 2015

Miese Mücken - Malaria

Es ist leider doch passiert- vielleicht hätte ich die Malariaprophylaxe nicht schon im Arrival Camp absetzten sollen?

In den Midterm Ferien ging es los: Ich hatte Malaria. Richtig schlimm war es nur die erste Nacht; aber bis ich die Parasiten wieder los geworden bin hat es eine ganze Weile gedauert! In jener Nacht musste ich mich übergeben, hatte Durchfall, Kopf- und Rückenschmerzen und kein Auge zu gemacht. Das alles kombiniert mit Stromausfall, gerade kein fließend Wasser und keinen Mitfreiwilligen, der einem irgendwie helfen könnte, hat die Situation für mich nochmal deutlich schlimmer gemacht. Am nächsten Morgen ging es dann direkt mit einer Freundin ins Krankenhaus- welches, zugegeben, doch sehr lokal war. Ein Haus mitten im Wohngebiet in Tanoso. Aber gut und billig sollte es sein. Dabei wurde leider etwas an Freundlichkeit gespart. 

Im Krankenhaus habe ich dann eine Infusion bekommen, ein ordentlicher Chemie-Mix und wurde erstmal nach Hause geschickt. Mir ging es auch gleich viel besser als in der Nacht. Einen Tag später ging ich dann alleine in das besagte Krankenhaus und war der einzige Patient. Das hat die Krankenschwestern allerdings nicht so sehr interessiert. Nach der zweiten Infusion lief mein Blut schon den Schlauch hoch, da dachte ich mir, kann man schon mal nachfragen. Das Radio war aber etwas zu laut, sodass ich es mir doch noch etwas bequem machen und darauf warten konnte, das man sich an mich erinnert. Irgendwann kam dann jemand; als ich herausfinden wollte, was man mir da eigentlich reingepumpt hat, musste ich auch eine 10 minütige Diskussion darüber führen, bis man mir erlaubte, den Inhalt zu erfahren. Wenig später durfte ich dann auch den Arzt kennenlernen! Im Gegensatz zur Aussage des Labormitarbeiters hatte ich wohl doch die Malaria Tropica, eine nicht ganz ungefährliche Form der Malaria. Mit den Infusionen sei diese nun aber behandelt. Es ging mir dann auch tatsächlich gut, ich war nur um 230 Cedi leichter.

Zwei Tage später ging die Übelkeit allerdings wieder los, ein weiterer Test noch zwei Tage später hat dann ergeben, dass ich die nervigen Parasiten weiterhin als Haustier hatte. Wiederum zwei  Infusionen (diesmal gratis?) und eine Woche später war ich tatsächlich Malaria frei. Den Test habe ich dann in einem anderen Labor gemacht.  

Ich gebe zu, dass meine letzte Nachricht „Es geht mir wieder etwas schlechter.“ an die Heimat nicht die Geschickteste war. Denn aufgrund eines Stromausfalls war ich dann einen Tag nicht mehr zu erreichen. Der ICJA Deutschland hat dann beim ICYE Ghana angerufen, der wiederrum bei meinem Koordinator angerufen hat, der mich dann ganz entsetzt ansprach, weil ich die Schulleitung (während der Midterms) nicht informiert hatte. 

Wir haben dann alles aufgeklärt. Aber vor allem: Es geht mir wieder gut, die Malaria habe ich überstanden. Meine sehr nette Tropenärztin in Deutschland hat mich in der Zeit kräftig per E-Mail beraten, was sehr viel geholfen hat!  Es wurde früh entdeckt und die Malariaparasiten waren zum Glück nicht allzu viele, von daher alles gar nicht so dramatisch. Aber trotzdem: Auf eine weitere Erfahrung dieser Art kann ich gerne verzichten! Falls doch werde ich mal über meine Wahl des Krankenhauses nachdenken. Ich wurde zwar richtig behandelt- es hat sich aber nicht so wirklich danach angefühlt.

Malaria ist hier tatsächlich etwas alltägliches, und für Viele ist sie so etwas wie eine Erkältung in Deutschland. Das große Problem ist die hohe Kindersterblichkeitsrate dabei. Kleine Kinder werden oft einfach zu spät oder gar nicht behandelt. Dabei  ist das hier fast überall möglich!

Soweit also mein kleiner Nachtrag zu dieser Erfahrung…

Gruß aus Tanoso, take care!