Miese Mücken - Malaria
Es ist leider doch passiert- vielleicht hätte ich die
Malariaprophylaxe nicht schon im Arrival Camp absetzten sollen?
In den Midterm Ferien ging es los: Ich hatte Malaria. Richtig
schlimm war es nur die erste Nacht; aber bis ich die Parasiten wieder los
geworden bin hat es eine ganze Weile gedauert! In jener Nacht musste ich mich
übergeben, hatte Durchfall, Kopf- und Rückenschmerzen und kein Auge zu gemacht.
Das alles kombiniert mit Stromausfall, gerade kein fließend Wasser und keinen
Mitfreiwilligen, der einem irgendwie helfen könnte, hat die Situation für mich
nochmal deutlich schlimmer gemacht. Am nächsten Morgen ging es dann direkt mit
einer Freundin ins Krankenhaus- welches, zugegeben, doch sehr lokal war. Ein
Haus mitten im Wohngebiet in Tanoso. Aber gut und billig sollte es sein. Dabei
wurde leider etwas an Freundlichkeit gespart.
Im Krankenhaus habe ich dann eine Infusion bekommen, ein
ordentlicher Chemie-Mix und wurde erstmal nach Hause geschickt. Mir ging es
auch gleich viel besser als in der Nacht. Einen Tag später ging ich dann
alleine in das besagte Krankenhaus und war der einzige Patient. Das hat die
Krankenschwestern allerdings nicht so sehr interessiert. Nach der zweiten
Infusion lief mein Blut schon den Schlauch hoch, da dachte ich mir, kann man
schon mal nachfragen. Das Radio war aber etwas zu laut, sodass ich es mir doch
noch etwas bequem machen und darauf warten konnte, das man sich an mich
erinnert. Irgendwann kam dann jemand; als ich herausfinden wollte, was man mir
da eigentlich reingepumpt hat, musste ich auch eine 10 minütige Diskussion
darüber führen, bis man mir erlaubte, den Inhalt zu erfahren. Wenig später
durfte ich dann auch den Arzt kennenlernen! Im Gegensatz zur Aussage des
Labormitarbeiters hatte ich wohl doch die Malaria Tropica, eine nicht ganz
ungefährliche Form der Malaria. Mit den Infusionen sei diese nun aber
behandelt. Es ging mir dann auch tatsächlich gut, ich war nur um 230 Cedi
leichter.
Zwei Tage später ging die Übelkeit allerdings wieder los, ein
weiterer Test noch zwei Tage später hat dann ergeben, dass ich die nervigen
Parasiten weiterhin als Haustier hatte. Wiederum zwei Infusionen (diesmal
gratis?) und eine Woche später war ich tatsächlich Malaria frei. Den Test habe
ich dann in einem anderen Labor gemacht.
Ich gebe zu, dass meine letzte Nachricht „Es geht mir wieder etwas
schlechter.“ an die Heimat nicht die Geschickteste war. Denn aufgrund eines
Stromausfalls war ich dann einen Tag nicht mehr zu erreichen. Der ICJA
Deutschland hat dann beim ICYE Ghana angerufen, der wiederrum bei meinem
Koordinator angerufen hat, der mich dann ganz entsetzt ansprach, weil ich die
Schulleitung (während der Midterms) nicht informiert hatte.
Wir haben dann alles aufgeklärt. Aber vor allem: Es geht mir
wieder gut, die Malaria habe ich überstanden. Meine sehr nette Tropenärztin in
Deutschland hat mich in der Zeit kräftig per E-Mail beraten, was sehr viel
geholfen hat! Es wurde früh entdeckt und die Malariaparasiten waren zum
Glück nicht allzu viele, von daher alles gar nicht so dramatisch. Aber
trotzdem: Auf eine weitere Erfahrung dieser Art kann ich gerne verzichten!
Falls doch werde ich mal über meine Wahl des Krankenhauses nachdenken. Ich wurde
zwar richtig behandelt- es hat sich aber nicht so wirklich danach angefühlt.
Malaria ist hier tatsächlich etwas alltägliches, und für Viele ist
sie so etwas wie eine Erkältung in Deutschland. Das große Problem ist die hohe
Kindersterblichkeitsrate dabei. Kleine Kinder werden oft einfach zu spät oder
gar nicht behandelt. Dabei ist das hier fast überall möglich!
Soweit also mein kleiner Nachtrag zu dieser Erfahrung…
Gruß aus Tanoso, take care!
Miese Mücken - Malaria
Es ist leider doch passiert- vielleicht hätte ich die
Malariaprophylaxe nicht schon im Arrival Camp absetzten sollen?
In den Midterm Ferien ging es los: Ich hatte Malaria. Richtig
schlimm war es nur die erste Nacht; aber bis ich die Parasiten wieder los
geworden bin hat es eine ganze Weile gedauert! In jener Nacht musste ich mich
übergeben, hatte Durchfall, Kopf- und Rückenschmerzen und kein Auge zu gemacht.
Das alles kombiniert mit Stromausfall, gerade kein fließend Wasser und keinen
Mitfreiwilligen, der einem irgendwie helfen könnte, hat die Situation für mich
nochmal deutlich schlimmer gemacht. Am nächsten Morgen ging es dann direkt mit
einer Freundin ins Krankenhaus- welches, zugegeben, doch sehr lokal war. Ein
Haus mitten im Wohngebiet in Tanoso. Aber gut und billig sollte es sein. Dabei
wurde leider etwas an Freundlichkeit gespart.
Im Krankenhaus habe ich dann eine Infusion bekommen, ein
ordentlicher Chemie-Mix und wurde erstmal nach Hause geschickt. Mir ging es
auch gleich viel besser als in der Nacht. Einen Tag später ging ich dann
alleine in das besagte Krankenhaus und war der einzige Patient. Das hat die
Krankenschwestern allerdings nicht so sehr interessiert. Nach der zweiten
Infusion lief mein Blut schon den Schlauch hoch, da dachte ich mir, kann man
schon mal nachfragen. Das Radio war aber etwas zu laut, sodass ich es mir doch
noch etwas bequem machen und darauf warten konnte, das man sich an mich
erinnert. Irgendwann kam dann jemand; als ich herausfinden wollte, was man mir
da eigentlich reingepumpt hat, musste ich auch eine 10 minütige Diskussion
darüber führen, bis man mir erlaubte, den Inhalt zu erfahren. Wenig später
durfte ich dann auch den Arzt kennenlernen! Im Gegensatz zur Aussage des
Labormitarbeiters hatte ich wohl doch die Malaria Tropica, eine nicht ganz
ungefährliche Form der Malaria. Mit den Infusionen sei diese nun aber
behandelt. Es ging mir dann auch tatsächlich gut, ich war nur um 230 Cedi
leichter.
Zwei Tage später ging die Übelkeit allerdings wieder los, ein
weiterer Test noch zwei Tage später hat dann ergeben, dass ich die nervigen
Parasiten weiterhin als Haustier hatte. Wiederum zwei Infusionen (diesmal
gratis?) und eine Woche später war ich tatsächlich Malaria frei. Den Test habe
ich dann in einem anderen Labor gemacht.
Ich gebe zu, dass meine letzte Nachricht „Es geht mir wieder etwas
schlechter.“ an die Heimat nicht die Geschickteste war. Denn aufgrund eines
Stromausfalls war ich dann einen Tag nicht mehr zu erreichen. Der ICJA
Deutschland hat dann beim ICYE Ghana angerufen, der wiederrum bei meinem
Koordinator angerufen hat, der mich dann ganz entsetzt ansprach, weil ich die
Schulleitung (während der Midterms) nicht informiert hatte.
Wir haben dann alles aufgeklärt. Aber vor allem: Es geht mir
wieder gut, die Malaria habe ich überstanden. Meine sehr nette Tropenärztin in
Deutschland hat mich in der Zeit kräftig per E-Mail beraten, was sehr viel
geholfen hat! Es wurde früh entdeckt und die Malariaparasiten waren zum
Glück nicht allzu viele, von daher alles gar nicht so dramatisch. Aber
trotzdem: Auf eine weitere Erfahrung dieser Art kann ich gerne verzichten!
Falls doch werde ich mal über meine Wahl des Krankenhauses nachdenken. Ich wurde
zwar richtig behandelt- es hat sich aber nicht so wirklich danach angefühlt.
Malaria ist hier tatsächlich etwas alltägliches, und für Viele ist
sie so etwas wie eine Erkältung in Deutschland. Das große Problem ist die hohe
Kindersterblichkeitsrate dabei. Kleine Kinder werden oft einfach zu spät oder
gar nicht behandelt. Dabei ist das hier fast überall möglich!
Soweit also mein kleiner Nachtrag zu dieser Erfahrung…
Gruß aus Tanoso, take care!