Dienstag, 23. Dezember 2014

Frohe Weihnachten!

In ein paar Tagen bin ich genau vier Monate hier, wie die Zeit vergeht…Es wird natürlich immer noch nicht langweilig, und somit ist ein neuer Blogeintrag schon lange fällig. Ich berichte euch mal über Diebstähle in der Schule, mein Kennenlernen mit Grandma, dem Schulfest und meine Arbeits- und Feiertagspläne!


Mein Zimmer, der Selbstbedienungsladen

Ja, leider ist es wahr, mein Zimmer ist seit vielen Wochen zu einem Selbstbedienungsladen geworden. Ich zähle mal auf, was alles geklaut wurde: 80 Cedis in Bar, 3 Ladekabel, 1 Internetstick, ein USB-Stick, 2 Kartenspiele und eine Art Orden für mein Ghana-Shirt. Da hat sich jemand eben ziemlich frei bedient.

Wie war das möglich? Wie in meinem zweiten Blogeintrag beschrieben, habe ich ja am ersten Tag meine Zimmertür eingetreten, was dem Schloss nicht ganz so gut bekommen ist. Nachdem dann öfter etwas verschwunden ist, habe ich mit der Köchin gesprochen, die auch auf unserem Flur wohnt, woraufhin diese ein Schloss für die Haupttür gekauft hat. Auch mein Schloss war zwischendurch repariert, bis es irgendwann mal aufgebrochen wurde. Als es immer noch nicht aufhörte, habe ich ein Vorhängeschloss für mein Zimmer gekauft, weil es relativ günstig ist.

Vor zwei Wochen dann der Höhepunkt: Ich wache morgens auf, und mein Laptop ist verschwunden. Daneben auch Portemonnaie, erneut Kabel, Kameraspeicherkarte, erneut mein Internetstick und Schlüssel. Das alles wurde also geklaut, während ich in meinem Zimmer geschlafen habe!

Nach vielen Diskussionen kam irgendwann auch raus, das zwei Schüler den Diebstahl schon länger geplant haben, in ihren Sachen habe ich dann z.B. auch Orden und Kartenspiele gefunden. Die Portemonnaies wurden in einem Klassenraum gefunden, der Laptop in unserem „Wohnzimmer“ versteckt (eigentlich ziemlich geschickt), und nachdem sich die beiden Jungs ständig hinknien mussten und mit der Polizei gedroht wurde, kam raus, dass der Rest im Lehrerzimmer ist. Es war ein ganz schöner Kampf das alles rauszubekommen und hat mir im Nachhinein noch einige Gespräche mit dem Koordinator, dem Direktor, Madame und Grandma beschert. Aber hoffentlich hat das alles jetzt ein Ende, die Sachen aus den letzten Wochen müssen vielleicht die Eltern der beiden Schüler übernehmen, wenn das möglich ist. Die Kinder, 13 und 15, werden vermutlich von der Schule verwiesen. Das tut mir für den Jüngeren sogar etwas leider, da er mehr oder weniger gezwungen wurde. Letztendlich hat aber er den Laptop geklaut. Das war ein Tag…Es bleibt ein komisches Gefühl, dass jemand nachts unbemerkt in meinem Zimmer war. Die Tür zum Flur wird nun immer abgeschlossen!


Das Schulfest

Letzte Woche konnte ich mir zum ersten Mal das Schulfest anschauen, welches zwei Mal im Jahr stattfindet, und zwar immer dann, wenn Grandma aus den USA kommt. Dieses Jahr wieder mit hohem Besuch aus der Botschaft von Äquatorial Guinea, aufgrund der acht Kinder, die drei Jahre die John William Montessori School besuchen sollen und die nur ca. zwei Wochen vor mir in der Schule angekommen sind.

Zunächst war die Organisation sehr interessant. Am Dienstag sollte das Fest stattfinden, so gegen 10 Uhr. Noch um 9 Uhr: gähnende Leere auf dem Schulhof, als es plötzlich hektisch wurde. Schnell hat noch die Blaskapelle der Schule geübt, die Kadetten haben ihren Marsch nochmal aufgefrischt und fix wurden Boxen und Pavillons für den hohen Besuch aufgestellt. Sogar 5 Fahnenmasten wurde vor dem Tor angebracht: Für die Flaggen von Ghana, Äquatorial Guinea, der UNO (für die hat Grandma lange gearbeitet), der USA (der Mitgründer der Schule und Ehemann von Grandma, vor ein paar Jahren verstorben) und Deutschland (wegen uns). Auch ich war in meinem frisch geschneiderten African-Wear Shirt mit Orden und meinen in gerade einmal 3 Stunden auf einen angemessenen Preis runtergehandelten ghanaischen Schuhen, als es erst mal hieß zu  warten. Lange warten. Denn die von der First Lady von Äquatorial Guinea gesendete Delegation traf leider erst gegen 4 Uhr ein, also knappe 6 Stunden zu spät. Da es in Ghana ja früh dunkel wird, wurde das Programm dann auf einen Tag später verschoben und nur noch kurz ein Fußballspiel zwischen Kids aus beiden Ländern ausgetragen.

Am Mittwoch war es dann soweit und das Programm konnte gegen 14 Uhr starten, mit einer Menge Gäste: Der Repräsentant der First Lady und Botschaft von Äquatorial Guinea mit Verantwortlichem für die 8 Kids, Übersetzer und Kameramann vom Fernsehen, einem Bischof, ein paar Königen und natürlich alle, die irgendwas mit der Schule zu tun haben. Auch die Dekoration wurde nochmal überarbeitet.

Es ging los mit einer kleinen Zeremonie, in der die Kadetten der Schule zur Musik der Schulkapelle feierlich die Fahnen gehisst haben. Anschließend gab es eine kleine „Militärparade“, die „Soldaten“ sind ein wenig im Gleichschritt marschiert und haben die Gäste begrüßt. Ich habe mal gehört, das man als Kadett in der Schule ein Zertifikat bekommt, mit dem es später einfacher ist, in die Army zu kommen. Ansonsten wurde viel getanzt, es gab traditionelle Tänze aus Nigeria, aus dem Norden von Ghana und aus der Ashanti Region sowie moderne Tänze; alles zu entsprechender Musik. Es war also ziemlich interessant anzusehen, wobei ich hörte, dass es jedes Mal das Selbe ist. Natürlich wurde zwischen durch auch viel gesprochen, von den Gästen, Grandma und dem Moderator, einem Lehrer.  Am Ende gab es dann noch einen traditionellen Stuhl, der hier eine symbolische Bedeutung hat eine Ehre darstellt, sowie Kente-Stoff für die Botschaftsvertretung und umgekehrt 3000 Dollar für die Schule. Bei all dem Trubel ist mir mal wieder aufgefallen, dass diese Schule schon ziemlich gut gestellt ist.

Für mich war das Fest wirklich nett anzuschauen, mit all den Leuten im ghanaischen Outfit, auch wenn sich die Schule ein wenig selbst gefeiert hat. Es wurde betont, was für eine tolle Arbeit doch alle leisten, wie super die Kids auf das Arbeitsleben vorbereitet werden und was für unglaubliche Fortschritte die Kinder aus Äquatorial Guinea machen; sie können schon Englisch, lernen Twi und viel über die ghanaische Kultur. Einiges mag vielleicht stimmen, wirkte aber dennoch ziemlich übertrieben oder gar falsch. Natürlich standen die ganze Zeit diese 8 Kinder im Mittelpunkt, die sich schon über ihre Kleidung abgegrenzt haben: Während der Rest in normaler Schuluniform war, trugen sie extra geschneiderte ghanaische Kleidung. Sie haben ein paar Sätze auf Englisch gesagt, mussten vorkommen zum Tanzen, wobei Grandma ihnen dabei Geldscheine auf die Stirn gelegt hat; was hier oft auf Festen gemacht wird wenn einem das Tanzen gefällt. Auch von der Delegation gab es dicke Geschenkkörbe. Kein Wunder, dass sich die Boarders da ziemlich benachteiligt fühlen. Meiner Meinung nach war das ein wenig ungeschickt gelöst…Die Delegation blieb dann noch einen Tag länger und hat noch ein paar Filmaufnahmen gemacht, bis alles auch schon wieder vorbei war.


Nana Fosu-Randall

So heißt die Schulbesitzerin, die ich ein paar Tage vor dem Fest kennengelernt habe. Eine ziemlich einflussreiche Person, wie mir aufgefallen ist: Arbeit bei der UN, war mal Afrikas Frau des Jahres, Gründerin der Organisation Voices of African mothers, der Schule und einer Highschool, die gerade gebaut wird. Demnach auf jeden Fall eine interessante Person, wobei ich zugeben muss, dass das alles nicht so recht zu ihrer Art passt. Zunächst einmal war sie etwas arrogant. Ständig erzählte sie, in welchen Städten der Welt sie doch lebt, googelte sogar ein Hotel, sagte, welche wichtigen Leute sie kennt usw. Das war mir natürlich nicht gerade sympathisch. Ich habe nämlich nicht das Gefühl, dass sie alles mitkriegt was in ihrer Schule passiert. Wir wollten mit ihr über die Diebstähle und nochmal über die Sache mit Carl reden, was nicht möglich war, da sie immer abschweift und nicht so recht auf den Punkt kommt.

Allerdings muss ich sagen, dass sie die Freiwilligen bei ihren Ideen sehr unterstützt. So wollte sie wissen, was ich für Ideen habe und versucht mir in allem zu helfen und eine Lösung zu finden. Davon war ich zunächst sehr begeistert! Dann ist mir aufgefallen, dass für Leute, die freiwillig ein Jahr in einer Schule arbeiten, wofür die Schule selbst keinerlei Kosten hat, eine gewisse Unterstützung selbstverständlich sein sollte, die ich bei unserem Koordinator einfach vermisst habe. Dennoch möchte ich ihr das natürlich zu Gute halten.

Sie ist nun 6 Wochen in Ghana, davon auch eine gewisse Zeit in Accra. Mal sehen, ob ich noch viel mit ihr zu tun haben werde. Danach besucht sie die Schule ja erst wieder nächsten Sommer…


Neue Projekte, neue Aufgaben, neue Herausforderungen

Ich habe ja schon einiges über den Französisch Unterricht mit Sir Ben berichtet. Diese Phase ist nun abgeschlossen, denn seit dem 18. Dezember ist das erste Term des Schuljahres um und damit auch meine Zeit in diesem Unterricht.

Rückblickend betrachtet war dieser Job für den Einstieg doch ziemlich angenehm. Ich habe einiges über das Schulleben gelernt, habe die Kinder kennengelernt, mit Lehrern sprechen können und selbst einige Erfahrungen mit dem Unterrichten gemacht. Dabei war es manchmal schön, einen Lehrer dabei zu haben, der eingreifen kann und manchmal nervig, einen Lehrer zu haben, der auch dann eingreifen kann, wenn es gut läuft und man mal etwas selbst probieren möchte.

In den letzten Wochen drehte sich alles um die End-of-first-Term Examen. Ich habe für die Klassen 1-3 die Examen erstellt und abgetippt; als die Sekretärin das gesehen hat, durfte ich prompt auch die Französisch Examen für die Klassen 4-5 abtippen; als ein Lehrer das gesehen hat, prompt auch noch das Examen für JHS. Liegt daran, dass die Sekretärin sich wohl nicht ganz so gut in der französischen Grammatik und mit den Accents auskennt und sich in der Vergangenheit so mancher Fehler eingeschlichen hat...Auch wenn ich nicht gerade freundlich darum gebeten wurde, so viel Arbeit war es jetzt auch nicht und es war auf jeden Fall sinnvoll. Eine Woche lang, auch mit ein wenig Organisationsproblemen, die aber dem Ausfall des Druckers und dem Zorn des Stromgottes geschuldet waren, wurden die Kinder in allem geprüft was so geht, zwei bis drei Examen täglich. Die ganz Kleinen werden natürlich noch bei der Hand genommen und langsam durch die Fragen geführt. Examenaufsicht ist übrigens genauso stressig wie Unterricht. Da war ich etwas stolz, dass die Kids meine Fragen vor sich hatten- nur zuhören wollte leider keiner.

Anschließend hieß es natürlich: Korrigieren, korrigieren, korrigieren. Punkte zählen, Prozentzahlen aussrechnen, in Listen eintragen. Durchschnitt anschauen, Position in der Klasse für Französisch festlegen (Letzteres finde ich natürlich immer noch fragwürdig). Es war zwar einiges, aber so schrecklich lange hat es nun auch nicht gedauert. Mit den Ergebnissen der Kids war ich insgesamt auch zufrieden, froh war ich über ein paar, die tatsächlich 100% erreicht haben!

Am Tag nach dem Schulfest gab es dann ein kleines Weihnachtsfest in den Klassen. Als Weihnachtsgeschenke gab es die Examen zurück. Naja, und was zu essen und zu trinken für die Kids, dessen Eltern bezahlt haben. Die Lehrer hingegen wurden besonders reich beschenkt! Ebenfalls einiges an Nahrung, und auch ich habe etwas abgestaubt: 500g Waschpulver, kann ich gut gebrauchen. Das alles stammt als Dankeschön von den Eltern, für die Küche gab es sogar Hühner, im Taxi transportiert. Ich wollte den Kindern zum Abschied eigentlich noch deutsche Weihnachtslieder beibringen- allerdings waren die überall in der Schule verstreut und es trällerte Weihnachtsmusik durch die Lautsprecher über das Gelände. So habe ich einfach die Zeit genutzt und nochmal ein paar Fotos mit den Klassen und Lehrern gemacht. Es war eine wirklich weihnachtliche, interessante Atmosphäre. Ich war froh über die Zeit im Unterricht, aber auch froh, neue Projekte anzugehen.

Dazu zählt zum Beispiel ein eigener Deutschunterricht, den ich selbstständig gestalten kann. Auch wenn das aufgrund des Stundenplans vielleicht nur 1-2 mal die Woche möglich sein wird. Wenn Richi im Februar zurück nach Deutschland geht, werde ich auch die Bücherei übernehmen, was interessant werden könnte- man verbringt dort eher Zeit mit den Kindern als das es um Bücher geht.

Und jetzt noch eine gute Nachricht: Ja, ich darf endlich die Klassenräume streichen! Grandma stellt mir hierzu Geld zur Verfügung, so kann ich Farbe kaufen und dann kanns losgehen! Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut. Eigentlich sollte das Ganze in den Ferien stattfinden, da die Zeit mit Weihnachten aber zu knapp ist, habe ich die Aktion auf die nächsten Midterm-Holidays verschoben. Aber wichtig ist, dass die Sache steht! Ich werde mir dann mit den Kindern aus Äquatorial Guinea zwei oder drei Räume vornehmen, alle anderen Boarders gehen in den Ferien nach Hause, und so haben die ein bisschen was zu tun. Ein Video wird dann natürlich auch entstehen, aber wie gesagt, erst in den nächsten Midterms, ich denke im Februar. Das Ganze mache ich nicht für das Ansehen der Schule oder für Grandma, sondern damit die Kids nicht im grauen Klassenzimmer sitzen und ich ein eigenes kleines Projekt habe.

Und sogar noch eine zweite gute Nachricht, die mich ziemlich erleichter hat: Im Februar darf Andras aus Begoro zu mir ins Projekt wechseln (auch durch den Einsatz von Grandma). Damian ist aus gesudheitlichen Gründen nun auch zurück nach Deutschland gegangen, weshalb er ihn dann auch nicht zurücklässt. Ich bin also nicht allein und werde mich dadurch definitiv wohler fühlen. Naja, vielleicht werde ich bis März alleine sein, aber das ist wohl zu verkraften.

Ansonsten werde ich ab Februar wohl auch mit einer anderen Freiwilligen einmal die Woche Deutsch in einer anderen Schule in Effiduasi unterrichten; auch hier kommen eben keine neuen Freiwilligen, aber der Unterricht soll weiter laufen. Aber darüber berichte ich dann mehr wenn es soweit ist.

Mein Filmprojekt steht natürlich auch noch auf der Liste, mit fällt es nur schwer einen Anfang zu finden.

Es gibt also noch so manches, das ich nach den Ferien umsetzen möchte. Doch erst mal zu den Ferien selbst:


Meine Feiertagspläne

Es ist ziemlich verrückt, aber morgen soll tatsächlich schon Weihnachten sein. Bei über 30 Grad irgendwie ein komisches Gefühl. Wir versuchen natürlich alle ein bisschen nachzuhelfen, um die entsprechende Stimmung zu erreichen. So habe ich eine Lichterkette und viel zu viel Lametta gekauft, ein Palm-Weihnachtsbaum soll noch schnell besorgt werden und letztens hatten wir eine kleine Adventsfeier mit Keksen und Glühwein. In Adum steht allerdings auch ein Tannenbaum vor Palmen und es wird jede Menge kitschige Weihnachtsdeko verkauft! morgen wird Heiligabend bei anderen Freiwilligen verbracht. Wir sind aber über die Tage in Kumasi, um dann am 25. und 26. ghanaisches Weihnachten bei ghanaischen Freunden mitzuerleben.

Am 27. geht es dann nach Accra, um am 28. einen Februar-Freiwilligen zu verabschieden, der zurück nach Deutschland geht. Zu Silvester geht es nach Nsawam, um mit den ICYE Freiwilligen in einem Projekt ins neue Jahr zu feiern. Direkt am ersten geht es mit Richi und Leo (vielleicht auch mit anderen) nach Cape Coast und dann entlang der Westküste, endlich mal ein bisschen reisen! Am 6. Januar geht die Schule wieder los, wir werden dann also auch zurück kommen. Soweit der Plan, ich werde euch berichten! Ich bin schon gespannt darauf, die Festtage in Ghana zu verbringen!

So, das war mal ein Update. Ich hoffe ihr fandet es interessant und habt euch tatsächlich ganz durchgekämpft. Ein paar Bildern werden, naja, vielleicht auch erst im neuen Jahr, folgen!

Ich wünsche euch allen besinnliche Weihnachten und natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr! Feiert gut, entspannt euch auch mal.

Viele Grüße aus dem nicht besonders winterlichen Ghana ins bestimmt kalte Deutschland, auch wenn es vielleicht nicht schneit. Ihr hört von mir dann im neuen Jahr wieder!

Joel J

Merry Chirstmas! Hier seht ihr Kids aus der 3A. In dieser Klasse war ich besonders gerne!






Freitag, 7. November 2014

Einleben in Ghana und das leidige Thema Ebola

Hallo an alle! Hier ein kleines Update über meine Arbeit und mein Leben im Projekt.

Ich fühle mich nach eingier Zeit nun ein wenig angekommen und einiges hier wirkt schon relativ normal. Von Tanoso, der Teil von Kumasi in dem ich wohne, bin ich wirklich begeistert! Es gibt hier für ghanaische Verhältnisse viel Auswahl an den ganzen Ständen und es ist einfach ein belebtes Viertel, mit netten Leuten die ich kennengelernt habe. Ob ich mich allerdings an die häufigen „Obroni“-Rufe gewöhnen werde kann ich noch nicht sagen. Als Weißer fällt man eben immer auf.
Die Verhältnisse in der Schule sind im Vergleich ja auch ziemlich gut, mit meinem Zimmer bin ich zum Beispiel sehr zufrieden. Einige Lehrer sind sehr freundlich, ja selbst die Situation mit dem Koordinator wird laufend besser! Es ist fast schon gruselig, wenn er zu uns sagt „You are very precious to me…“ oder „ I love you people…“, wenn er uns igendetwas mitteilen möchte. Nachdem in unserem Gebäude 5 Tage kein Strom war, da der Credit aufgebraucht wurde, hat er sich relativ schnell gekümmert. Wir kommen nun sogar an Post, da die Schule ihre Rechnungen für das Fach bezahlt hat. Jedenfalls fühle ich mich nicht mehr ganz so unwohl, wenn ich etwas brauche.

Meine Arbeit ist nach wie vor dieselbe. Sir Ben im Unterricht assistieren, Hausaufgaben korrigieren, fragen beantwortet, aufpassen das sich die Kinder nicht gegenseitig umbringen und auch mal, besonders in den ersten Klassen anstrengend, wie ich festgestellt habe, unterrichten. Einerseits ist es gut, das mir dabei noch ein Lehrer zur Seite steht, mit dem ich mich übrigens ganz gut verstehe, andererseits unterbricht dieser auch oft, was nervig sein kann, und macht dann selbst weiter. Es ist mal eine ganz interessante Erfahrung, aber wohl nichts auf Dauer. Leztens waren Midterm-Exams, bei denen ich die Fragen vorbereitet, korrigiert und die Ergebnisse der Schüler mit Position in der Klasse in eine Liste eingetragen habe. Letzteres finde ich allerdings etwas fragwürdig. Sollte man bei den Schülern wirklich so Druck machen, mehr zu lernen? Wird dadurch nicht ein Konkurrenzkampf ausgelöst? Was bringt das eigentlich? So richtig überzeugt bin ich jedenfalls nicht. Aber dadurch hatte ich ein bisschen was zu tun.

Eine ziemlich skurrile Szene gab es dabei auch: Es gab einen „Indomie“ Day in der Schule. Indomie ist ein Nudelgericht aus Indonesien, das man hier überall kaufen kann und wir uns auch manchmal selber kochen. An dem Tag liefen quasi Verkaufsveranstaltungen in allen Grundschulklassen. Es interessierte auch nicht ob gerade Exams geschrieben wurden. „Mama Idomie“ hat den Kindern einen amüsanten Song beigebracht und erklärt, welche Vitamine und Proteine so alles im Indomie zu finden sind und worzu man die eigentlich braucht. Auch diese Aktion fand ich ziemlich fragwürdig. Muss das in den Grundschulklassen wirklich sein? Und dafür die Examen unterbrochen werden? Für die Lehrer gab es auch Gratis-Indomie, da habe ich natürlich auch nicht nein gesagt, skurril fand ich das Ganze trotzdem.

Nach den Examen gab es dann eine Woche Ferien, die ich entspannt im Projekt verbracht habe. Die erste Reise steht im Dezember an. Es hat mich sehr an die ersten paar Tage im Projekt erinnert, als auch noch Ferien waren…Es war alles sehr still und nur die 8 Kids aus Guinea waren da, die für die Zeit wieder auf unsere Etage gezogen sind.

Nach den Abschlussexamen des ersten Terms im Dezember, die hoffentlich nicht durch Indomie Werbung unterbrochen werden, habe ich glaube ich erstmal genug vom Französischunterricht und möchte etwas anderes ausprobieren. Ich werde mal in der Nursery, wo die Kleinkinder sind, vorbeischauen und dann vielleicht im ICT Unterricht helfen (Computerunterricht), aber genaues steht da noch nicht fest. Es hat also auch etwas Gutes, keine bestimmte Aufgabe zu haben, da ich mir so alles anschauen kann. Hin und wieder wünsche ich mir aber schon, als Freiwilliger mehr gebraucht zu werden und sinnvolleres im Projekt zu leisten. Aber das kann ja auch noch kommen.



Zur Ebolasituation

Eine Sache bremst mich derzeit aber ein wenig aus: Nämlich die Tatsache, so haben wir bei einem Treffen mit William vom ICYE erfahren, dass keine neuen Freiwilligen im Februar kommen sollen. Scheinbar hat sich in Finnland, Dänemark, Schweden, der Schweiz, Österreich, Island, Japan und Deutschland nicht eine einzige Person für das Gastland Ghana beworben. Schuld hat, sehr wahrscheinlich, Ebola.

Auch wenn es mich am Anfang vielleicht ein bisschen verunsichert hat, so habe ich gemerkt, dass die Situation in Ghana nicht gefährlicher ist als in anderen Ländern.

Ghana ist nicht betroffen und Sierra Leone und Guinea sind verhältnismäßig weit weg, obwohl es noch Westafrika ist. Die Entfernungen hier sind groß. Zu Westafrika gehören noch viele andere Länder, die alle nicht betroffen sind. Nigeria z.B. ist auch wieder Ebola frei. Wenn, kann Ebola Ghana vor allem über den Flugweg erreichen, aber das kann auch anderswo passieren. Mal abgesehen davon, dass es ja Kontrollen gibt. Schon die zeigen, sowie die Präsenz des Themas in den hiesigen Medien, dass die Regierung die Gefahr ernst nimmt und für den Ernstfall vorbereitet ist. Es ist, also würde Ghana auf Ebola warten! Es wurde so z.B. vorsorglich eine Quarantänestation gebaut, in Accra soll sogar eine Koordinierungsstelle für ganz Westafrika errichtet werden. Doch das Thema ist auch deutlich zur Bevölkerung durchgedrungen: Ich habe schon viele Gespräche darüber geführt, z.B. mit Lehrern. Alle sind besorgt, aber haben meiner Meinung nach einfach einen gesunden Respekt vor dem Virus. Selbst die Kinder haben das Wort Ebola schon aufgeschnappt.

Ich möchte nichts herunterspielen. Ja, Ebola ist ernst zu nehmen. Ja, Ebola ist gefährlich. Auch wenn die Todeszahlen im Verhältnis zu der Anzahl von an Malaria sterbenden Menschen noch gering erscheint, sie sind erschreckend. Aber ich vermute, dass die große Präsenz in den Medien, vor allem in Europa, eine gewisse Panik verbreitet, die dafür sorgt, dass die Menschen ein verzerrtes Bild von der Situation in Westafrika haben. In Deutschland waren bis jetzt jedenfalls mehr Ebolapatienten als in Ghana.

Sollte der Fall tatsächlich eintreten und Ghana sollte betroffen werden, so werden die weltwärts-Freiwilligen direkt zurückgerufen; sofern es mehr als ein Fall ist, der direkt isoliert werden kann. Ich vermute, dass die Angst bei den Freiwilligen besteht, deshalb abbrechen zu müssen und sie dieses Risiko nicht eingehen wollen.

Ich kann nur sagen, dass ich mich derzeit sicher fühle und mir keine zu großen Sorgen mache, das Ebola Ghana erreicht. Es wäre für mich jedenfalls kein Grund, nicht herzukommen. Die Erfahrungen sind es wert! Mal ganz davon zu schweigen, dass dies viele Projekte treffen wird, in denen von Freiwilligen gute angefangene Arbeit (z.B. Deutschunterricht) nicht fortgeführt werden kann, und das ist wirklich schade.

Ich bin vor allem unsicher, weil das bedeutet, dass keine neuen Freiwilligen in mein Projekt kommen werden und ich hier ab Februar sechs Monate alleine wäre. Ich habe zwar Kontakte zu Ghanaern geknüpft, aber ich finde den Austausch mit einem Mitfreiwilligen ziemlich wichtig, und möchte im Projekt nicht allem alleine gegenüber stehen. Auch ein Filmprojekt und eine Streichaktion werden ganz alleine viel schwerer fallen. Und falls die Situation mit dem Koordinator wieder schlechter wird? Vielleicht gibt es die Möglichkeit, zueinander zu wechseln, damit keiner alleine ist. Aber das ist auch keine ideale Lösung, da mich Tanoso ja sehr begeistert und ich hier nun einige Leute kenne. Nochmal woanders komplett neu anzukommen wäre nicht gerade toll für mich. Da die Schule nur männl. Freiwillige aufnimmt, von denen kein anderer alleine wäre, kann auch niemand herkommen. So ein Problem stand vorher natürlich gar nicht auf der Liste von Dingen, die schief gehen könnten! Bisher ist mir also leider noch keine rechte Lösung eingefallen, aber ich versuche mich erstmal nicht verrückt zu machen.



So viel erst mal zu dem Thema. Diese fünf Tage sind derzeit besonders mit Heimweh belastet, die meisten werden wissen, warum! Die von mir sehr geliebte Allerheiligen Kirmes in Soest, Nr. 677, muss ohne mich stattfinden! Hin und wieder mal ein Blick auf die Live Webcam im Internet zeigt, was mir entgeht…Aber ich wünsche allen Kirmesgängern viel Freude, feiert ordentlich und trinkt ein Bullenauge für mich mit! J

Liebe Grüße aus Tanoso, in dem es immer wärmer zu werden scheint, und bis zum nächsten Eintrag!


Joel J
Wochenende in Accra

Es ist zwar schon ein paar Wochen her, aber ich möchte euch trotzdem noch davon berichten: Einem spannendes Wochenende in Accra!

Vom 17.-19. Oktober sind wir wieder in die Hauptstadt aufgebrochen, das erste mal nach dem Arrival Camp. Der Anlass hätte allerdings besser sein können; wir haben nämlich noch am Samstag Toms Geburtstag feiern wollen, bevor wir ihn am Sonntag am Flughafen verabschieden mussten, da er vorzeitig die Heimreise nach Deutschland angetreten hat.

Die ca. 5 stündige Busfahrt war schonmal viel luxuriöser als die Reise damals von Accra nach Kumasi, da wir im 35 Cedi VIP Bus saßen. Und das obwohl der Geldbeutel derartiges eigentlich nicht zuließ- als Tom an der Station ankam konnte er angeblich gar nicht so schnell gucken, wie sein Koffer plötzlich in dem Bus war. Da es seine vorerst letzte Reise in Ghana war kann man sich ja auch mal was gönnen und so konnten wir die Fahrt in einem viel zu kalten Bus auf breiten Ledersitzen zu dem absoluten Filmmeisterwerk (wie alle Twi-Filme) Drums of War 1-3 genießen. Mit diesem Fahrpreis hatte ich natuerlich nicht gerechnet und so haben wir unser letztes Bargeld in der Pause in Frühlingsrollen und Fried Yam investiert- ohne das Taxi zu bedenken, das wir noch zur Salvation Army brauchen würden. Aber der Fahrer war so freundlich, uns auch noch zu einem Bankautomaten eine Strasse weiter zu fahren.

Endlich angekommen und mit frischen Scheinen in der Tasche mussten wir diese natürlich gleich wieder los werden und uns mal wieder ordentliches Fast Food gönnen, das es in der 2 Millionen Stadt Kumasi gar nicht gibt. Die Portionen sind zu unfassbar hohen Preisen ziemlich klein…Nach der Stärkung haben wir dann noch die anderen Freiwilligen getroffen und sind weiter in eine Bar und einen Club gegangen. Kurz vor zwölf haben Andras, Tom und ich uns aus dem Staub gemacht, um in einer kleinen Bar auf den Geburtstag anzustoßen. Die Ghanaer, die uns diese Bar empfohlen hatten, dachten, eingeladen zu sein. Dies führte zu einer Menge Dikussionen mit vielen Leuten, die plötzlich aus dem nichts auftauchten. Irgendwann konnten wir die Barbesitzerin überzeugen, uns unser Wechselgeld wieder zu geben und haben dann schnell das Weite gesucht. Und sind dann auf die Idee gekommen, ein Casino aufzusuchen. Dort sind wir ein wenig beim Roulette versackt und freuten uns schon über 70 Cedi Gewinn…der dann natürlich eine halbe Stunde später wieder auf 5 Cedi geschrumpft ist…Aber immerhin! Es war mal eine interessante Erfahrung. Irgendwann waren wir auch wieder in der Salvation Army.

Es ist echt verrueckt, wie anders alles nach zwei Monaten wirkte. War diese Tankstelle damals schon in der Strasse? Oder dieses Hotel? Warum laufen hier eigentlich so viele Weiße rum? Im Arrival Camp war alles noch zu neu, als das mir solche Dinge in dem Maße aufgefallen wären. Auch der Unterschied zwischen Accra und Kumasi wurde mir deutlich bewusst! In Kumasi ist alles noch ein wenig “ghanaischer”, einen KFC sucht man dort vergeblich. Da die Salvation Army in dem Touristenviertel Osu liegt, gibt es tatsächlich so einige deutsche Produkte in den Supermärkten, natürlich auch meistens von Ausländern gekauft. Zu entsprechenden Preisen. Es war auf jeden Fall interessant zu sehen wie sich auch der eigene Blickwinkel nach 2 Monaten schon verändert.

Am Samstag ging es dann an den Labadi Beach! Es war herrlich in dem angenehm warmen Wasser zu baden und das erste mal an der richtigen (Gold)kueste zu sein. Dazu noch Blick auf Palmen…Und viele Pferde waren auch anwesend. Ich konnte es mir nicht entgehen lassen einmal für 10 Cedi am Strand zu reiten! Das dann direkt ohne Helm, Schuhe und ganz alleine in vollem Galopp…Aber es ist niemandem etwas in der Menschenmenge passiert, als ich das Pferd kurz nicht mehr zum Anhalten bewegen konnte..

Am Abend haben wir dann weiter das Nachtleben Accras erkundet. Den Sonntag haben wir noch zum gemütlichen Frühstücken genutzt, bis wir Tom zu dem Flughafen gebracht haben, an dem wir selbst noch vor mittlerweile 2 ½ Monaten Ghana erreicht haben.

Auf dem Rückweg nach Kumasi, den ich nun alleine antreten musste, konnte ich mich dann nochmal in Sachen Geduld üben. Diesmal ein 20 Cedi Bus! Kurze 3 Stunden und 45 Minuten später fuhr dieser auch direkt los! Ich wurde ein wenig sauer, da man mir sagte, es würde nicht lange dauern, denn über nächtliches Ankommen bei dieser Strecke habe ich schon so manche Horrorstory gehört…Der Chef der Station (ein Chinese) hat mir aber bei einem Gespräch versichert, der Bus würde in 20 Minuten fahren. Als es dann nach 40 Minuten losging war auch noch mein Handyakku platt. Um ein Uhr nachts war ich zurück und durfte die gesparten 15 Cedi für ein Taxi ausgeben, da um diese zeit kein Trotro fährt.

Alles in allem war es aber ein super Wochenende und ein interessanter Besuch, mal wieder in der Hauptstadt! Wäre das nur nicht immer so teuer…


Donnerstag, 9. Oktober 2014

Die ersten Wochen im Projekt

Nun bin ich tatsächlich schon seit 43 Tagen in Ghana und es wird mal Zeit für einen neuen Eintrag!

Dass ich mir Zeit damit gelassen habe, hat auch einen Grund- die Situation mit dem Koordinator im Projekt ist etwas angespannt und es ist einiges vorgefallen, aber dazu später mehr.

Nach ein paar Wochen kann ich sagen, dass der Start hier nicht allzu leicht ist, aber es doch einiges gibt, das mich fasziniert. Dazu zählt zum Beispiel die Landschaft. An einem Wochenende sind wir zum Lake Bosomtwi gefahren, der angeblich durch einen Meteoriteneinschlag entstanden ist. An dem Tag als wir dort waren war es relativ leer und damit sehr entspannt, wir haben auch einige Freiwillige getroffen und so also auch eine gute Gelegenheit zum Austauschen bekommen. Das Wetter war perfekt, die Landschaft mit umliegenden Bergen sehr schön anzusehen, es war gemütlich unter Palmen eine Kokosnuss zu schlürfen  und auch das Wasser war angenehm. Der Plan steht, dort noch einmal hinzufahren und weitere Wochenendtrips zu starten!
Desweiteren gefällt mir die Freundlichkeit und Offenheit vieler Menschen (natürlich längst nicht von allen). Gehe ich morgens die Straße runter um mir etwas zum Frühstücken zu holen, werde ich von der Kochbananenverkäuferin gegrüßt -machmal schenkt sie mir auch eine Kleinigkeit wie eine Tüte Erdnüsse-, ich werde oft gefragt wie es mir geht und an meinem Stamm-Egg-and-Bred-Stand freundlich empfangen. Auch wenn es auf Dauer doch sehr teuer ist, ständig außerhalb zu essen...Das Schulessen ist allerdings nicht sehr abwechslungsreich bzw. übermäßig lecker, es müssen schließlich ca. 400 Kinder satt werden. Ich habe über Richi und Carl außerdem schon ein paar Leute kennengelernt, wie Bonney und Samuel, die neben der Schule wohnen und die wir oft abends in der Bar treffen.

Probleme hatte ich am Anfang besonders mit dem Magen; insgesamt ist das Essen sehr gewöhnungsbedürftig: die Bakterien sind ungewohnt und es ist alles extrem scharf! Ich habe allerdings mittlerweile ein paar Dinge gefunden die ich gut vertrage, aber richtige ghanaische Gerichte wie Fufu finde ich immer noch etwas merkwürdig. Ich habe auch gehört, dass sogar Hunde und Katzen gegessen werden, von Katzen gerne Augen und Gehirn. Das habe ich aber zum Glück noch nicht gesehen und weiß auch nicht ob es tatsächlich stimmt.

Doch nun einmal zu meiner Arbeit im Projekt: Hier habe ich leider noch keine richtige Aufgabe gefunden. Bisher begleite ich von 8-12 Uhr einen Französischlehrer (Sir Ben aus der Elfenbeinküste) und schaue ihm beim Unterrichten in den Klassen 1-3 zu. Oft korrigiere ich Hausaufgaben oder übernehme sogar mal für eine kurze Zeit den Unterricht. So wurde in der ersten Stunde mein Horrorszenario wahr und der Lehrer verschwand nach 5 Minuten für den Rest der Stunde. Ich bin dann weiter das Alphabet mit den Kindern durchgegangen, war aber so ganz unvorbereitet etwas überfordert. So lange musste ich seit dem aber nicht mehr übernehmen. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass ich Französisch unterrichten würde, ich hätte es nicht glauben wollen…Manche können sich vielleicht denken warum. Der Unterricht selbst unterscheidet sich wie erwartet sehr von dem in Deutschland. Mein Hauptproblem war am Anfang besonders, dass die Kinder geschlagen werden. Das wusste ich zwar vorher, allerdings ist es nochmal etwas anderes, das mit eigenen Augen zu sehen. Oft scheint es nur ein Spielchen zwischen dem Lehrer und den Schülern zu sein; die Kinder provozieren es und lachen darüber. Allerdings eben nicht immer...Besonders sauer werde ich, wenn Kinder bestraft werden, weil sie etwas nicht wissen. Im Vergleich zu anderen Schulen ist es hier wohl aber noch ok und so gibt es auch hin und wieder Stunden, in denen niemand geschlagen wird. Ich versuche zu verstehen, dass es hier nun einmal andere Methoden gibt, die ich vielleicht nicht nachvollziehen kann, die aber für Schüler und Lehrer hier normal sind. Nicht zu vergessen, dass es auch in Deutschland eine Zeit gab, in der dies zur Normalität gehörte. Dennoch werde ich den Lehrer irgendwann mal ansprechen und nachhaken, warum er genau schlägt. Die Kinder wissen allerdings, dass ich den Stock nicht benutze und dementsprechend verhalten sie sich auch manchmal, wenn der Lehrer nicht im Raum ist. Damit versuche ich auch noch umzugehen. Ansonsten läuft es oft so ab, dass der Lehrer etwas vorsagt und die Kinder es stumpf nachsagen. Eine „Schüler-Lehrer-Beziehung“ entsteht natürlich auch nicht. Das sind alles Dinge, an die ich mich erst mal gewöhnen muss.

Daneben habe ich aber eben nicht sehr viel zu tun, was der Schulleitung relativ egal ist. Mir war klar, dass vieles von einem selber ausgehen muss, aber etwas mehr Unterstützung hätte ich mir schon gewünscht. Daher versuche ich bald mein Streichprojekt in die Tat umzusetzen und auch eine Film bzw. Theater AG ins Leben zu rufen.

Doch hier liegt gerade das Problem: Mit derartigem sollte man sich eigentlich an den Koordinator wenden. Mit diesem lässt sich allerdings gerade gar nicht reden. Es gibt wohl schon sehr lange Probleme zwischen ihm und Freiwilligen, da er sie nicht wirklich respektiert und einem nicht zuhört. Als Carl und Richi deshalb eine Mail an die Schulbesitzerin in den USA geschickt haben, deren Enkel der Koordinator ist, ist die Situation etwas eskaliert. Er hat sich angegriffen gefühlt und hat daraufhin Richi und Carl beim ICYE gemeldet und, so muss auch ich zugeben, sehr interessante Dinge behauptet. Nach vielen Diskussionen auch mit dem Direktor und mit William vom ICYE musste Carl dann das Projekt verlassen, ohne gegen eine Regel verstoßen zu haben (zwei Tage nach seinem Geburtstag, der eigentlich sehr sehr schön war!). Aber auch er wollte sich nicht mehr mit dem Koordinator auseinandersetzen und ist nun froh, ein neues Projekt gefunden zu haben, in dem er die letzten Monate verbringen wird. Unser Koordinator bzw. „Ansprechpartner“, der  der Accountant ist und sich um finanziellen Angelegenheiten der Schule kümmert, ist übrigens auch bei den Ghanaern hier nicht sehr beliebt und hat meiner Meinung nach zu viel Macht (mehr als der Direktor). So konnte er letztens drei Lehrer entlassen, ohne ihnen einen Grund zu nennen. Das System von Autorität in Ghana unterscheidet sich eben auch sehr von dem in Deutschland, es geht vieles über das Alter. Aber das stößt auch hier teilweise auf Ablehnung und es war schön zu sehen, wie solidarisch viele Ghanaer wie Bonney und Samuel und noch einige weitere waren und welche Ideen sie entwickelt bzw. was sie in Bewegung gesetzt haben, um in dieser Situation zu helfen- auch, wenn alles etwas anders gekommen ist als gedacht. Dass der Koordinator uns nun nicht mal mehr grüßt, sondern wegschaut, finde ich um ehrlich zu sein doch ziemlich kindisch.

Ich habe eigentlich keine Lust, mir das die nächsten 11 Monate anzutun, allerdings gefällt es mir sonst gut und ich möchte das Projekt nicht wechseln, falls das überhaupt möglich ist. Also bleibe ich erstmal mit Richi hier, mit dem ich mich gut verstehe, und hoffe, dass sich die Lage etwas entspannt. Ich möchte nicht überstürzt handeln. Außerdem wenden wir uns bei Fragen und Problemen nun an den Direktor, sofern das möglich ist. Ich kann jedenfalls nicht behaupten, dass der erste Monat im Projekt nicht aufregend war! Ansonsten versuche ich mich an die weiteren Gegebenheiten ein wenig zu gewöhnen und viel von dem zu sehen, was mich fasziniert.

So, der Eintrag ist jetzt doch ziemlich lang geworden und mehr möchte ich euch für den Moment nicht zumuten! Ich muss mir ja auch noch was für die nächsten Einträge aufheben!

Allerdings möchte ich an dieser Stelle einmal ausdrücklich erwähnen, dass meine geschilderten Eindrücke natürlich sehr subjektiv sind und nicht aufzeigen können, wie „das Leben“ in Ghana, geschweige denn in Afrika, abläuft. Ich berichte von meinen persönlichen Erfahrungen; jemand anders hat vielleicht auch andere Gedanken zu manchen Themen. Das heißt natürlich nicht, dass ich nicht versuche alles möglichst realistisch wiederzugeben!

In diesem Sinne Grüße aus dem ca. 30 Grad warmen Ghana ins bestimmt etwas kältere Deutschland!


Bis dann! J


Samstag, 6. September 2014

New home for one year

Hallo an alle! In den letzten Tagen ist mal wieder viel passiert und ich versuche etwas zusammenzufassen. Bilder kommen auch endlich mal. Aber ich habe mir wohl schon ein wenig ghanaische Geduld angeeignet.

Die letzten Tage des Camps liefen entspannt ab. Am Dienstag hatten wir noch unser Twi-Exam! Einige haben sich da mit dem lernen mehr gestresst, andere weniger. Als die Aufgaben am White-Board standen hat sie aber eh niemand verstanden. Nach der Hälfte des Exams ist das auch Sampson aufgefallen, sodass wir danach auch offiziell unsere Notizen benutzen durften. Dann hat er den Raum auch gleich wieder verlassen. Es haben überraschend alle bestanden! Die Tests haben wir aber nicht mehr zu Gesicht bekommen…

Am Mittwoch morgen war es dann so weit und alle Kumasi-Leute saßen mit Gepäck im Trotro. Die Szene erinnerte sehr an meine erste Fahrt vom Flughafen und ich hatte mich schon auf die 5 Stunden gefreut, als wir dann doch an einer Bus Station gehalten haben und mit einem „VIP-Bus“ weiter gefahren sind. Die Fahrt war angenehm, es lief irgendein ghanaischer Film der wohl ganz lustig gewesen sein muss, aber mit den Gedanken waren alle bei dem, was wohl auf sie zukommt. Zwischendurch ist dann ein Mann aufgestanden und hat ca. eine halbe Stunde lang gepredigt, gebetet und uns an unseren Glauben erinnert. Dies wurde hin und wieder mit einem „Amen“ der Mitfahrer untermauert- für einen nicht besonders religiösen Menschen eine doch eher skurrile Szene. 

Nachdem ich noch ein wenig die Landschaft genossen hatte wurde es dann richtig spannend. Nach und nach wurden die Leute rausgelassen und von jemandem aus dem Projekt oder den Gastfamilien empfangen. Mit zwei anderen war ich der Letzte und wir mussten noch ein wenig an einer Tankstelle warten. Plötzlich kamen dann zwei Männer auf mich zu: „Joel? John William School?“. Schon saß ich im Auto und war nun ganz auf mich gestellt- ein komisches Gefühl. Abgeholt hat mich der an der Schule für die Freiwilligen zuständige Koordinator. Allerdings hat er seit den ersten Fragen nicht mehr mit mir geredet, was ich etwas schade fand. Noch kurz verfahren waren wir dann auch im Projekt angekommen. Ich wurde zu meinem Zimmer gebracht und den beiden anderen Freiwilligen überlassen. Zugegeben, den Start hatte ich mir etwas anders vorgestellt, zumindest ein Gespräch. Aber die beiden anderen (Richi und Carl) haben das vor 6 Monaten wohl auch nicht anders erlebt. Ich fühle mich bei ihnen schon sehr gut aufgehoben, sie haben mir etwas von dem Stadtteil und von der Schule gezeigt und einiges erzählt. 

Bei der ersten Runde habe ich gleich meinen Zimmerschlüssel verloren- der Ersatzschlüssel lag natürlich im Zimmer. Wie regelt man das hier? Indem man die Tür eintritt. Im ersten Moment hatte ich etwas Hemmungen, aber Richi und Carl haben mit versichert, dass derartiges schon häuiger vorgekommen ist. Die Tür muss ich dann die Tage noch reparieren...

Mein Zimmer ist sehr groß und hat auch einen relativ guten Standart, auch wenn es noch etwas kahl aussieht. Es ist größer als das Lehrerzimmer der Schule! Dieses ist aber auch mehr eine Abstellkammer. Da es eine Internatsschule ist leben ca. 70 Kinder hier, bis nächsten Mittwoch sind aber noch Ferien. Bis dahin sind nur 8 Kinder hier, die seit zwei Wochen da sind. Diese kommen aus Äquatorial Guinea und sprechen fast nur Spanisch, sollen aber 3 Jahre bleiben. Eine (sinnvolle?) Idee von der Schulbesitzerin, die in den USA lebt. Die Kinder sind noch mit uns auf einer Etage, Richi und Carl erzählten, dass es besonders am Anfang sehr schwierig mit ihnen gewesen sei. Mittlerweile klappt es schon besser.

Aber jetzt mal zur Schule selbst: Im ersten Moment war ich schon etwas überrascht und deprimiert. Die Klassenräume haben alle Gitter vor den Fenstern, sind nicht gestrichen und einfach nur dunkel. Man fühlt sich wie in einem Kerker. Auch die Lebensbedingungen der Kinder haben mich etwas schockiert: Sie sind mit 16 Leuten auf einem Zimmer. Und die Toiletten und Duschen…Wenn man frisch aus Deutschland kommt ist das schon sehr gewöhnungsbedürftig anzusehen. An sich ist die Schule wenig einladend, es ist alles irgendwie grau. Da kam direkt die erste Idee hoch: Wie könnte man ein bisschen Farbe an den Wänden organisieren? Das steht auf jeden Fall auf meiner Liste, aber ob das möglich ist…mal sehen.

Bis nächsten Mittwoch habe ich keine Aufgaben, davor werde ich aber wohl ein kleines Gespräch darüber haben, was ich mir vorstellen könnte zu unterrichten oder was ich sonst für Ideen habe. Die beiden Anderen erzählten aber, dass es nicht viel zu tun gibt und man sich eben etwas Sinnvolles suchen muss. Naja, ich warte es mal ab.

Bis dahin entspannen wir etwas und gehen jeden Abend in eine Bar um die Ecke (mit der unfreundlichsten Bedienung der Welt), die sehr gemütlich ist. Wir sind schon ins Zentrum von Kumasi gefahren, was mich erstmal erschlagen hat! So viele Menschen, ein unfassbar riesiger Markt usw. Die Stadt unterscheidet sich schon sehr von Accra, wo überraschend viele Obronis (Weiße) rumliefen.  Seit gestern sind noch Leo und Leo zu Besuch, zwei Freiwillige aus einem anderen Teil Kumasis, die ihren Dienst ebenfalls im Februar begonnen haben. Heute waren wir spontan bei einem Qualifikationsspiel für den Afrika-Cup! Der Eintritt hat sage und schreibe 2 Cedi gekostet, nicht mal 50 Cent. Ich bin zwar nicht Fußball interessiert, aber es war ein Erlebnis. Ich habe immerhin die Mannschaft gesehen, gegen die Deutschland noch bei der WM gespielt hat! Die Ghanaer waren aber für Uganda, aus irgendeinem Grund sind sie von der eigenen Mannschaft enttäuscht. Sie haben aber sowieso mehr sich selbst gefeiert als das Spiel. Viele Menschen wollten ein Foto mit uns machen, warum auch immer. Das Spiel ging übrigens 1:1 aus.

Wie es bei den anderen aus dem Camp so läuft kann ich nicht so genau sagen. Allerdings hat eine Freiwillige aus Finnland vielleicht bereits Malaria und versucht außerdem mit einer weitern das Projekt zu wechseln. Ansonsten scheint es allen soweit gut zu gehen.

Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und freut euch auf die Bilder, die sicher bald kommen!


Gruß aus Kumasi und bis dahin!


Sonntag, 31. August 2014

Die ersten Tage 

Hallo an alle! Hier ist er also, mein erster Blogeintrag aus Ghana!

Nach dem etwas traurigen Abschied von meiner Familie am Flughafen in Düsseldorf gab es noch einen kleinen Schock Moment, da meine Tickets plötzlich weg waren…Die hatte aber jemand gefunden, sodass danach alles glatt lief. Der erste Flug ging 6 ½ Stunden nach Dubai, wo es noch sehr viel heißer war als hier…Hier haben wir auch die anderen Freiwilligen getroffen und nach einem kleinen Zwischenstopp ging es für weitere 8 ½ in die Luft Richtung Accra. Ich saß auf beiden Flügen neben Andras, einem Mitfreiwilligen, sodass die Zeit relativ schnell rum ging, geschlafen habe ich allerdings kaum.

Auf dem Flughafen gab es zunächst eine Kontrolle wegen Ebola. Allerdings waren die nächsten Kontrollen nicht sehr konsequent, sodass Andras ohne Impfausweis durchgehen konnte. Am Flughafen wurden wir von Rose vom ICYE Ghana empfangen. Die Fahrt zum Arrival Camp war schon das erste Highlight: Mit 15 Leuten (samt Gepäck für ein Jahr) in einem Bulli für maximal 9 Leute, der auch schon bessere Tage gesehen hat, durch den Verkehr von Accra. Für eine relativ kurze Fahrt haben wir sehr lange gebraucht und da ich keinen richtigen Sitzplatz hatte sind meine Beine am Ende eingeschlafen. Außerdem wurde uns durchs Fenster allerhand zu kaufen angeboten, von Erdnüssen über Simkarten zu Sonnenbrillen. Tom, der am Fenster saß, hat während der Fahrt aber immer freundlich dankend abglehnt. Das Camp ist ein Hostel von der Salvation Army, der ghanaischen Heilsarmee wie ich verstanden habe. Nach einer kleinen Einführung und einem Essen gings dann erstmal in die Stadt, wir haben schon Simkarten gekauft, Geld gewechselt und waren im Supermarkt. Die Stadt ist schon sehr anders. Bürgersteige gibt es nicht wirklich, Ghanaer scheinen auch ohne Grund sehr gerne zu hupen, und als Weißer wird man besonders oft von Verkäufern angesprochen, die sehr penetrant sein können. Nach der langen Reise waren das einfach sehr viele neue Eindrücke, die erstmal verarbeitet werden mussten. Von der Wärme hier geht es übrigens noch, da gerade Regenzeit ist sind hier um die 25 Grad. Ab Septmeber wird sich das wohl ändern…Am ersten Tag habe ich dann jedenfalls nur noch mein Moskitonetz aufgehängt (welches in der Nacht direkt wieder runtergefallen ist) und bin schlafen gegangen. Auf dem Seminar sind wir 4 Jungs, mit denen ich auf einem Zimmer bin. Insgesamt sind wir 15 Leute. Wir verstehen uns ziemlich gut, aber es ist noch niemand hier mit dem ich in einem Projekt sein werde.

Das Camp geht bis Mittwoch, wir haben hauptsächlich 3 Teamer: Rose, William und Kofi. Wir haben einen Twi-Sprachkurs (die verbreitetste Sprache hier) bei Sampson, lernen etwas über Ghanas Geschichte und reden über die Arbeit in den Projekten. Die Atmosphäre ist sehr locker. Das Hostel ist für ghanaische Verhältnisse wohl hoher Standart, was nicht heißt das es immer Wasser in den Duschen gibt. Wir fühlen uns dennoch wohl, man gewöhnt sich an alles. Besonders an das Essen, mit meinem sensiblen Magen..Das ist aber an sich nicht so schlimm wie ich dachte, es gibt viel Chicken.

Am Freitag haben wir uns unsere Non-Citizen-Cards geholt, quasi unser ghanaische Pass für das Jahr. Das man auf den Passfotos hier lächeln darf haben die meisten allerdings erst später erfahren…Abends waren wir dann noch in einer Bar, man geht hier besonders Freitags feiern. Das ghanaische Bier ist lecker und die Stimmung in der Stadt einfach genial. So sehr hat sich das gar nicht von Deutschland unterschieden. Das einzige Problem war, das sich oft bettelnde Kinder an mein Bein geklammert haben und erst nach vielen Minuten weggegangen sind, nicht nur einmal. Es fällt einem natürlich schwer das zu ignorieren, aber bietet man ihnen Essen wollen sie das nicht. Aber an sich war es ein guter Abend.

Ein Highlight des Camps war heute die Namenszeremonie: In Ghana wird man nach dem Wochentag benannt an dem man geboren wurde. Es gibt also 14 Namen (7 für Frauen und 7 für Männer). Einen Nachnamen haben wir auch bekommen. Ich heiße hier jetzt also Kwame Opoku (ich bin an einem Samstag geboren und Opoku war wohl ein König hier). Mit diesem Namen sollen wir uns auch als erstes vorstellen. Teil der Zeremonie war es einen Becher mit etwas Schnaps und einen mit Wasser zu trinken. Das war eigentlich ganz lustig.

So, das war schonmal das erste Update! Die Zeit vergeht relativ schnell und es ist alles noch ziemlich ungewohnt, ein bisschen Heimweh habe ich schon auch. Aber es wird einem eigentlich nicht schwer gemacht, sich hier wohl zu fühlen. Alle sind sehr offen und interessiert. Ich werde noch ein paar Bilder hochladen! Am Mittwoch geht’s dann ins Projekt nach Kumasi, unser Twi-Lehrer nimmt wohl alle mit die dort ihren Dienst machen werden. Ich bin schon gespannt auf meine Aufgaben dort und die zwei Freiwilligen aus Deutschland, die schon 6 Monate da sind und noch weitere 6 bleiben sollen. 

Bis dann!

P.S.: Von Ebola ist hier bisher rein gar nichts zu merken. Außer der Kontrollen ist das im  Moment eigentlich kein Thema in Ghana.